Sonderheft 21, März 2014

Karin Bruns

Tele-Castingshows: das Begehren nach Konkurrenz

Seit gut zehn Jahren breiten sich Castingshows im Fernsehen aus. Aufgrund ihrer Einschaltquoten haben sie inzwischen alle anderen Segmente der Medien- und Populärkultur angesteckt. Dokumentar- und Spielfilme behandeln das Thema (Behind the Couch. Casting in Hollywood, D 2006, Regie: Veit Helmer), seit Oktober 2009 erscheint ein reines Castingmagazin, Casting. Be A Star! Deutschlands erstes Magazin, das Dir erklärt, wie Du ein Star wirst, und im Netz sind zahllose Castingportale und -tutorials zu finden. Die Fernsehshows selbst werden wiederum durch kommentierende Backstagereportagen, Talkshows, Lifestyle- und Starmagazine inner- halb einer ,Senderfamilie‘1 kontextualisiert. In Comedyformaten wird die dominante Lesart der Shows von den Sendern selbst um ironische oder subversive Interpretationen erweitert und die Popularität der Castingshows dadurch ein weiteres Mal gesteigert.2Warum kommt es gerade jetzt zum Erfolg eines Sendeformats, dessen Anfänge bereits im Fernsehen der 1960er- Jahre liegen und das, wie Wolfgang Joop zum Auftakt der aktuellen Staffel von Germany’s Next Topmodel by Heidi Klum treffend kommentiert, „sehr peinlich“ sein kann? Im Modell des Castings, so eine erste These, konvergieren zwei Dispositive und verbinden sich zu einem Format: das Konkurrenzdispositiv, zu dessen privilegierten Praktiken seit dem späten 18. Jahrhundert Prüfungen, Bewertungen, Leistungsproben, Wettbewerbe und Rekordversuche zählen,3 und das Mediendispositiv, das durch monetäre Mess- und Bewertungsinstrumentarien wie Charts, Quoten, Ratings und Rankings gekennzeichnet ist. Die zwiespältige Lust am Sichmessen und Vergleichen, die beiden Ordnungssystemen in jeweils spezifischer Weise eingeschrieben ist, zeigt sich auch in den televisuellen Castingshows und ihren Publika.

Casting ist ein seit mehr als 100 Jahren bestehendes streng formalisiertes Ritual des Vorsprechens, Vorsingens, Vortanzens oder Vorspielens, das von Theater und Film übernommen wurde und zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Bereits im Film der 1930er und 1940er-Jahre werden Castingentscheidungen jedoch zur begehrten Nachricht der Boulevardpresse. Televisuelle Vorläufer der heutigen Castingformate sind kompetitive Shows wie der Eurovision Song Contest (seit 1956), Talentschuppen (D 1966–85) oder Show Chance (A 1969–73). Filmgeschichtliches Blueprint sind Tanzakademiefilme wie Fame (USA 1980, Regie: Alan Parker), Flashdance (USA 1983, Regie: Adrian Lyne) oder A Chorus Line (USA 1985, Regie: Victor Fleming). Model-Castingshows entstehen, dem Vorbild der Misswahlen folgend, 2003 in den USA. Sie werden inzwischen in über 90 Ländern ausgestrahlt, u. a. in Afghanistan, China, Nigeria und Vietnam.5Während viele Castingshows Männer und Frauen adressieren, richten sich die televisuellen Model- und Datingshows (z. B. Der Bachelor, D 2003 und seit 2012) derzeit noch primär an ein weibliches Publikum.

Im Unterschied zu den Wettbewerbsformaten im Fernsehen nach dem Zweiten Weltkrieg entfalten die heutigen Castingshows von Folge 1 bis zum Finale eine fein ziselierte dramaturgische Abfolge von sorgfältig in Szene gesetzter Prüfung, Bewertung, Belohnung/Bestrafung, Training, Verbesserung und Ausschließung bzw. ,Recall‘ (meist) am Ende jeder Sendung. Eines der wichtigsten Instrumentarien dieses repetitiven Bewertungs-Verbesserungs-Kreislaufs, den die Bewerber(innen) durchlaufen, sind die sogenannten ,Challenges‘, ein Testing und zugleich Selbsttesting, bei dem insbesondere die Grenzen der Belastung, Toleranz, Scham und Peinlichkeit verhandelt werden. Die wohl doppelsinnig zu verstehenden Herausforderungen mit ihrer Inszenierung von Grenzsituationen und emotionalen Exzessen liefern wichtige Schauwerte der Shows. Daniela Katzenberger erlegt in ihrer Personality-Dokusoap Daniela Katzenberger. Natürlich blond (D, seit 2010) den Kandidatinnen verschiedene ,Prüfungen‘ auf, z. B. einen Sprung vom 5-m-Brett. In den Datingshows verbinden sich Mutproben wie Fallschirmspringen oder Ritt auf einem Elefanten mit romantischen ,Dates‘. In den Topmodelshows werden für die sogenannten Extremshootings Starkstrom, Spinnen, Bienen, Ratten oder Raubkatzen eingesetzt und die ,Catwalk-Trainer‘ lassen die Bewerberinnen beim Live-Walk im Dun- keln, auf steilen Treppen, schmalen Wasserstegen oder Flugzeugtragflächen ,performen‘ und ihre Bereitschaft demonstrieren, hohe Risiken z. B. der Verletzung einzugehen. Germany’s Next Topmodel koppelt 2011 eine solche Challenge bezeichnenderweise mit einem Guinness-Rekordversuch: Auf einem Laufband müssen die Kandidatinnen gemeinsam insgesamt 175 km in ,High Heels‘ zurücklegen. Mit seinen stilisierten Selektions- und Höchstleistungsprozeduren erinnert das televisuelle Casting an jene Fortbildungs-, Motivations- und sozialadministrativen Eingliederungsprogramme, die derzeit den Arbeitsmarkt dominieren. Aus dieser Perspektive lassen sich Castingshows als Reflex auf jene ökonomischen Prekarisierungsprozesse und Marginalisierungsängste lesen, die im Anschluss an die Reformen der Regierung Thatcher in den 1980er-Jahren in ganz Mitteleuropa in Gang gesetzt wurden und eine Neuformierung der Arbeitnehmerpersönlichkeit initiierten, welche nun durch verstärkte Eigenverant wortlich keit, Flexibilität, Mobilität und Risikobereitschaft gekennzeichnet sein soll. In Österreich beginnt die „Reorientierung sozial- und arbeitsmarktpolitischer Programme, welche den Bezug von Leistungen an Gegenleistungen der Arbeitssuchenden bindet“, nach strukturellen Vorbereitungen in den 1990er-Jahren mit der Novellierung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes 2007. Wie in den USA, England oder Deutschland entstehen immer mehr „atypische Beschäftigungsverhältnisse“, die durch ein geringes Beschäftigungsausmaß, Scheinselbstständigkeit, Teilzeit- und Leiharbeit gekennzeichnet sind. Als ,Sprungbrett für Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft‘ deklariert, sollen ,aktivierende Maßnahmen‘ die weitestgehende Ver - fügbarkeit jedes und jeder Einzelnen garantieren. Arbeitslosigkeit, geringes Einkommen und ,Karriereknick‘ werden als Komponenten individueller Biografien privatisiert und psycho - logisiert.

Im Mediendiskurs artikulieren sich die damit verbundenen Umstrukturierungen nicht zuletzt in neuen euphemistischen Bezeichnungspraktiken wie ,Entrepreneur‘, ,Jobhopperin‘ oder ,Freelancer‘, die heute unterschiedslos meist beides benennen: Arbeitsverhältnisse im Segment der Bestverdienenden und die Betroffenen der Neuformierungsmaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt (z. B. AhA für: Arbeitskräfte für haushaltsnahes Arbeiten). Im Zuge dieser Verschiebungsprozesse, in denen jede/-r Einzelne die neuen Anpassungsleistungen erfüllen muss, um in der Logik staatlicher Sozialverwaltungen ,Employability‘ herzustellen und doch noch den ,Aufstieg zu schaffen‘, entstehen neue Praxen und Diskurse wie das Do-it-yourself-Management, Personal Leadership oder Selbstcoaching. Eine dieser emergenten Praxen ist auch das derzeit zu beobachtende Castingfieber. Die Castingformate des Fernsehens (Starmania, A, seit 2002, Dancing Star, A, seit 2005, usw.) veröffentlichen die aktuellen Bewerbungs- und Selektionsmaschinerien, indem sie die elementaren Bestandteile der imaginierten neuen Arbeit - nehmerpersönlichkeit mit ihrer permanenten Arbeit am Selbst aufgreifen und als aufwendige Bühnen- oder Studio-shows reinszenieren. In diesem Anrufungsprozess entstehen Selfmade- Medienpersönlichkeiten – „Celebrity Actors“.

Ergänzend zum plakativen Top-oder-Flop-Schema werden in den Shows Marketing- und Managementverfahren wie Profiling, Evaluierung und Selbstevaluierung, Empowerment und Selfempowerment sowie verschiedene Verfahren des Assessment-Centers, also Wettbewerb im und als Team, eingesetzt, um Prozeduren der Selektion von Medienpersönlichkeiten zu erzäh- len und zu audiovisualisieren. Die Bewerber(innen) werden allein hinter der Bühne, vor der Jury und im Kreis der Mitbewerber(innen) vor der Backstagekamera zur permanenten Selbstreflexion angehalten („Ich bin heute mit meiner Leistung zufrieden …“). Challenges, ,Duelle‘, ,Blind Auditions‘, Präsentationen vor Jury, Kamera und im Finale vor etwa 15.000 Zusehenden, Feedbackrunden und Ausscheidungsevents – The Voice of Germany wirbt mit dem Slogan „Alle 30 Minuten eine Entscheidung“ – dienen der unaufhörlichen Bestandsaufnahme und dem daran anknüpfenden Training jener Persönlichkeitsprofilmerkmale, die für die heutigen Medien berühmtheiten und ,Entrepreneurs‘ als unverzichtbar gelten: Zielstrebigkeit, Befähigung zum Multitasking, physische wie psychische Belastbarkeit, Authentizität, Professionalität, Stress resistenz, Souveränität, Wandelbarkeit, Ausdrucksstärke, Kreativität und vor allem der Wille und die Fähigkeit, ,sich nach oben zu kämpfen‘. Fernsehtauglichkeit wird in Topmodel - shows beispielsweise dadurch ermittelt und dramaturgisch verankert, dass bei einem ,Foto - shooting‘ getestet wird, wie weit ,die Mädchen‘ bereit sind, sich nach und nach auszuziehen. Dabei findet ein Abgleich von Parametern statt. Das ,Personality-Testing‘ (wie ,authentisch‘ bleibt er oder sie?) wird etwa gegen Stressresistenz ausgespielt und wiederum gegen Professionalität abgewogen.

Sukzessive finden in diesem 15 Jahre andauernden medialen Proliferationsprozess von Popstars (Neuseeland 1999) über die Model- und Datingshows bis zu The Voice of Germany (D, seit 2011) minimale Reformatierungen statt. Aktuelle Formatvarianten wie X Factor (D, seit 2010) betonen das Coaching- und Trainingsprozedere und rücken die kompetitiven und selektiven Aspekte des Castens in den Hintergrund. Der zunehmende Aufbau der neuen Celebrities, das Herstellen kurzzeitiger Prominenz in Fernsehen und Internet, erfolgt dabei durch Rating (Top 20, Top 10, Top 5), Televoting und/oder Gefällt-mir-Klicks in den sozialen Netzwerken, durch die, so lautet das Versprechen, ,demokratisch gewählte Millionäre‘ generiert werden, wie der Werbetext der 2014 herausgebrachten RTL-Show Millionärswahl lautet. Dass die ,Be a Star‘-Anrufung weder bei den sich selbst veröffentlichenden Kandidat(innen) noch beim Publikum bruchlos funktioniert, setzen die Showformate wiederum dramaturgisch und visuell ein, indem sie Konkurrenzverhältnisse, Hierarchiekämpfe, Hoffen und Bangen lichtund tondramaturgisch theatralisieren. Ein solcher Persönlichkeitswettbewerb im Sinne „normalistischer Subjektivierung“ bedarf jedoch stets eines Abgleichspektrums, das festlegt, wie viel Exzentrik noch akzeptabel ist. Daher ist Casting in der visuellen Kultur vor allem auch typologisches Casting. Konkurrenz manifestiert sich dabei als narrativ oder optisch attraktive Differenz in Haut, Haar, Physiognomie, aber auch in Geschlecht, Beruf, Familienstand, kultureller Herkunft, Religiosität, sexueller Orientierung usw. Die überspitzte Inszenierung weiblichen Konkurrenzverhaltens (etwa „Zickenkrieg“) und provozierte Rassismen werden in den Castingformaten zur Diskursfigur des Skandals verdichtet, wie ein Beispiel aus Austria’s Next Topmodel 2011 zeigt. Die Gewinnerin Lydia Obute, eine „junge Wienerin mit afrikanischen Wurzeln, stand im Mittelpunkt des größten Skandals der dritten Castingshow-Staffel: Konkurrentin Magalie beschimpfte in einem Telefonat die nigerianisch-stämmige Lydia als ‚Neger- Oide‘. Sie musste bald darauf die Sendung verlassen.“ In diesen Profilierungsspielen werden gezielt Kandidat(innen), Jurymitglieder und Trainer in den Shows platziert, die nichthegemo- nialen Weiblichkeits- oder Männlichkeitskonzepten entsprechen. Die Laufstegtrainer Bruce Darnell und Jorge Gonzalez18 verweisen etwa in ihren Web- und Showauftritten gleichermaßen auf außereuropäische Exotismen (Afroamerika und Lateinamerika) und auf schwule, travestische oder Transgender-Kontexte. Dadurch wird das in den Castingshows favorisierte ,Spektakel der Differenz‘ nach und nach erweitert. In Germany’s Next Topmodel wird 2012/13 anhand der Juroren ,Thomas (Hayo) und Thomas (Rath)‘, in der Staffel 2014 anhand von Wolfgang Joop und Thomas Hayo das Modell typologischer Kontraste im Diskurs von Männlichkeit durchexerziert und das Normalitätsraster systematisch expandiert, indem der Mode designer Wolfgang Rath z. B. im Social TV mit Fächer oder Hand in Hand mit seinem einge tragenen Lebenspartner gezeigt wird. Über das Mit- und Gegeneinander der zwei ,Männer an Heidis Seite‘ wird die Differenz zwischen hetero-/homo- und bisexueller Männlichkeit immer wieder sichtbar und zum Gegenstand scherzhaften Geplänkels gemacht. Auch und gerade die auf Nebenschauplätzen agierenden Bewerber(innen), die nicht vollständig dem geforderten Persönlichkeitsprofil entsprechen, versammeln als ,Ghettobraut‘ (Germany’s Next Topmodel 2012) oder ,Ghettoboy‘ (DSDS) auf Internetforen und in Blogs große Fangemeinschaften um sich und werden deshalb lange in der Staffel gehalten. Mit Conchita Wurst gelangt in Die große Chance 2011 eine zwischen Frau und Mann changierende Kunstfigur bis in die Endausscheidung und wird von der Boulevardpresse mit Schlagzeilen wie „Frau Wurst will heute acht arme Würstchen schlucken“ protegiert.

Castingformate kombinieren, so lässt sich resümieren, verschiedenste etablierte Praktiken der Unterhaltungs- und Medienindustrie, der Pädagogik und Arbeitsmarktpolitik miteinander, um diese dann in Studio- oder Bühnensituationen televisuell auszustellen: Schul-, Er ziehungs - heim- und Pensionatsregularien mit ihren Geständnis-, Beicht-, Besserungs-, Belohnungs- und Bestrafungsriten ebenso wie Marketing-, Management- und Personalsteuerungsinstrumentarien, z. B. Selfempowerment, Personal Leadership, Selbstcoaching oder New Placement. Diese tradierten wie auch aktuellen Techniken der Selbstregierung, die dem Konkurrenzdispositiv angehören, werden mit den medienindustriellen Wettbewerbs- und Messinstrumenten, Ranking oder Televoting, zu einem spezifischen, gänzlich alltagsfernen Modus der inszenierten Realität verbunden, innerhalb dessen sich gleichwohl alltagsnahe Fantasien zur Abwehr der Angst vor sozialem Abstieg erzählen und audiovisualisieren lassen, die auch in anderen Formaten der sogenannten Scripted Reality zu finden sind. Insbesondere das übersteigerte Mitim Gegeneinander, das im Bewerbungsritus des Assessment-Centers kodifiziert ist, nutzen die Castingshows, einerseits um Konkurrenz als begehrenswert erscheinen zu lassen, zum anderen um an biografische Symboliken des Aufstiegs oder Falls, der Freundschaft und des Verrats, des emotionalen Entgleisens und der Reue anzuknüpfen. In der Figur der Kandidatin oder des Kandidaten werden mithilfe dieser Dramaturgien medial neue, funktionstüchtige Subjekttypen entworfen und verhandelt. Dass auch und gerade Prekäres oder Peinliches in diesem Kontext televisuell relevant ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass auch die Talk-, Lifestyle- und Celebrityformate in Fernsehen und Internet in den letzten Jahren die ökonomische, soziale, physische und psychische Gefährdung der neuen Medienprominenten buchstäblich ins Visier nehmen. Presse und Social TV zeichnen Chancen, Erfolge und Misserfolge der Kandidat - (innen) minutiös nach, wobei vor allem das Reüssieren vorzeitig ausgeschiedener Bewerber - (innen) Eckpunkt von Reportagen und Interviews ist. Aus dieser Perspektive sind Castingshows und andere Reality-TV-Formate als Angebote zur imaginären Bewältigung unsicherer Erwerbsverhältnisse zu betrachten. Die televisuellen Castingshows erfüllen in diesem Kontext drei medienökonomische Funktionen: Sie binden das Publikum durch diversifizierte Fankulturen und erschließen dadurch neue Marktsegmente; sie ermöglichen die Entwicklung kostengünstiger Reality-Formatvariationen mit hohem boulevardeskem Aufmerksamkeitsgrad, in denen Prominente für geringe Gagen mitspielen (z. B. Dschungelcamp, D, seit 2004); und sie lassen sich wiederum massenmedial als Quelle zur Einkommenssicherung deklarieren, denn längst ist bekannt, dass das Gros sowohl der (ausgebildeten) Schauspieler(innen) als auch der Castingkandidat( innen) kompetitiv durch die verschiedenen Scripted-Reality-Formate touren muss, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. „So viel kann ich im TV verdienen!“, titelt Bild am 26. 9. 2011, „Bei Frauentausch gibt’s 1500 Euro, bei Supertalent 350 Euro.“ Casting - shows zeigen somit in Zeiten prekarisierter Arbeits- und Lebensverhältnisse „Selbstoptimierung als Lernprogramm“ und machen permanente Konkurrenz als Gegen einander im Miteinander zur basalen Formel, die es nur hartnäckig performativ zu wiederholen gilt, um ,den Aufstieg zu schaffen‘ und nach dem Muster der YouTube-Prominenten Justin Bieber, Alex Goot oder Jenna Marbles ,über Nacht‘ zum Massenidol und Millionär zu werden.


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